Über ruhige Morgenstunden

Weißt du, warum ich morgens gerne früh aufstehe? Die Stunden, die ich in Ruhe mit einem frisch aufgebrühten Tee genießen kann, sind für mich die wertvollsten des Tages. Wenn du dich einfach mal in den Raum stellst und lauschst, wirst du feststellen, dass du nichts hörst - fast nichts. Alle schlafen noch, sogar die Vögel draußen haben noch nicht mit dem Zwitschern begonnen. Diese Ruhe ist für mich so wunderbar, dass ich mich nicht einmal traue zu laufen. Ich setze die Füße gezielt voreinander um das Knarren der Altbaudielen zu vermeiden - bloß niemanden wecken.

Die Zufriedenheit der Nachbarskinder nach einer erholsamen Nacht macht, dass auch sie die Ruhe genießen und vermutlich meditativ ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen. Ich erinnere mich selbst an meine Kindheit. Ich war schon immer früh auf den Füßen, konnte mich aber immer gute zwei Stunden beschäftigen, bevor meine Familie aus den Federn kroch. Ich wollte Schriftstellerin werden und saß dann morgens an meinem Schreibtisch und schrieb Geschichten über Giraffen, Elefanten und sprechenden Blümchen. Oder aber ich malte Mandelas aus. Eigentlich müsste ich da von Kindern lernen; sie praktizieren, bevor sie es verlernen, die Kunst der Achtsamkeit.  

Also am Morgen ist noch alles im Lot. Wenn ich einen Balkon hätte, würde ich mich dort - auch im Winter mit einer Decke - hinsetzen, die frische Luft einatmen und den Sonnenaufgang beobachten. Kein rauchender Nachbar, keine stinkenden Autos, kein Frittiergeruch oder vorbeifahrender Müllwagen. Vereinzelt höre ich nur einmal eine Espressokanne, die vor sich hinpfeift. Wenn ich mir die Zeit nehmen möchte, schlüpfe ich nach dem Aufstehen sofort in die Sportschuhe und laufe meine Runde im Park. Danach ist der Start in den Tag perfekt - das Gefühl schon etwas erreicht und meinem Körper etwas Gutes getan zu haben, macht das Glück am Morgen vollkommen.

 

Ich sitze nun gerade auf dem Sofa, durch das weit geöffnete Fenster zieht eine frische Brise ins Wohnzimmer, eine Stunde ist vorbei, die Teekanne ist leer und so langsam wird es lauter um mich herum. Die Kirchenglocken läuten, nebenan im Schlafzimmer klingelt der Wecker. Aus der Küche der Nachbarswohnung höre ich Geschirrgeklapper, der Geruch von getoasteten Brot zieht in meine Nase. Ein bisschen schade finde ich, dass dieser Moment nun vorbei ist - es fühlt sich an wie meine Zeit. Die Zeit, die ich mir nicht so leicht stehlen lasse. Langsam steigt aber auch Vorfreude auf, auf ein ausführliches Frühstück, auf den Tag, der voller Tatendrang auf mich wartet. 

Und jetzt gibt es Panna Cotta zum Frühstück:



400 ml Kokosmilch
1 Vanilleschote
1 TL getrocknete Jasminblüten
Honig nach Belieben
6 g Gelatine

Die Kokosmilch in einen Topf geben und das Mark der Vanilleschote und die Schote in die Milch geben. Die Jasminblüten in ein Teesieb füllen und in den Kokosmilch hängen.
Nun die Kokosmilch erhitzen aber nicht zum Kochen bringen. Wer mag kann die Kokosmilch mit etwas Honig abschmecken.
Die Vanilleschote und Jasminblüten entfernen, dann die Gelatine nach Packungsbeilage vorbereiten und unterrühren.
Zum Schluss die Panna Cotta in Gläser füllen, abkühlen lassen und etwa 3 Stunden zum Erstarren in den Kühlschrank stellen.
Zum Servieren entweder mit frischen Beeren oder Fruchtmus servieren. Ich habe ein Sauerkirschmus mit Waldhonig gekocht.

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